
Wenn man eine Website als eigenständige Desktop-App nutzen wollte, war Nativefier jahrelang die Antwort: ein Terminalbefehl, und schon hatte man eine Chromium-basierte App für macOS, Windows oder Linux. Doch das Repository ist seit September 2023 archiviert, und in der README steht inzwischen: „Nativefier wird nicht mehr gewartet.“
Wenn du noch Apps verwendest, die du damit erstellt hast, oder gerade damit anfangen wolltest, ist WebCatalog Desktop eine aktiv weiterentwickelte Alternative. Es basiert auf derselben Grundlage – Chromium über Electron – und übernimmt die Aufgaben, die Nativefier dir überlassen hat: das Erstellen, Aktualisieren und Verwalten deiner Apps.
Auf einen Blick
| WebCatalog Desktop | Nativefier | |
|---|---|---|
| Status | Wird aktiv weiterentwickelt | Seit 2023 archiviert und nicht mehr gewartet |
| So erstellst du Apps | Direkt in der App aus einem Katalog auswählen oder eine beliebige URL eingeben | Einen Befehl im Terminal ausführen |
| App-Katalog | Über 65.000 Apps mit Namen und Symbolen | Beliebige URL, wobei versucht wird, Name und Symbol zu erkennen |
| Updates | WebCatalog Desktop und deine Apps werden automatisch aktualisiert | Apps behalten die Chromium-Version, mit der sie erstellt wurden |
| Mehrere Konten | Alle Konten gleichzeitig angemeldet, jedes mit einer eigenen Sitzung | Eine Sitzung pro App |
| Apps organisieren | Spaces bündeln Apps und Konten in einem Fenster | Eine App pro Website |
| Ungelesen-Zähler | Unter macOS, Windows und Linux | Unter macOS mit der counter-Option |
| Plattformen | macOS, Windows, Linux | macOS, Windows, Linux |
Was ist WebCatalog Desktop?
WebCatalog Desktop macht das, was Nativefier gemacht hat: Es verwandelt Websites in Chromium-basierte Desktop-Apps – allerdings als App, die du installierst, statt als Befehl, den du ausführst. Es aktualisiert sich selbst und jede App, die du damit erstellst, sodass keine deiner installierten Apps auf einer alten Browser-Engine zurückbleibt.
Was ist Nativefier?
Nativefier ist ein quelloffenes Kommandozeilentool, das eine Website in Electron einbettet – das Framework hinter vielen Desktop-Apps – und daraus eine App für macOS, Windows oder Linux erstellt. Du installierst es mit Node.js und führst einen Befehl wie nativefier 'example.com' aus. Dabei gibt es Optionen für den Infobereich, das Einbinden von CSS und JavaScript sowie dafür, welche Links innerhalb der App geöffnet werden. Das Projekt wurde im September 2023 archiviert.
1. Apps, die weiterhin Fehlerbehebungen erhalten
Das ist der wichtigste Unterschied. Jede mit Nativefier erstellte App enthält eine Kopie von Chromium mit dem Stand vom Tag ihrer Erstellung, und diese Kopie aktualisiert sich nie von selbst. Die Slack- oder Jira-App, die du 2022 erstellt hast, läuft noch immer mit einer Browser-Engine aus dem Jahr 2022, während sich die geladenen Websites ständig verändern. Um Sicherheitsupdates für den Browser zu erhalten, musst du die App neu erstellen. Und da Nativefier nicht mehr gewartet wird, werden neuere Versionen von Electron und Chromium nicht mehr damit getestet.
WebCatalog Desktop wird aktiv weiterentwickelt. Es aktualisiert sich selbst, und auch die von dir installierten Apps werden automatisch aktualisiert. So erhalten sie weiterhin die neuesten Chromium-Fehlerbehebungen, ohne dass du etwas neu erstellen musst.
2. Einstellungen im Fenster statt Optionen im Terminal
Bei Nativefier wird jede Einstellung beim Erstellen der App über eine Kommandozeilenoption festgelegt. Du möchtest, dass Links zu Google Docs in der App statt im Browser geöffnet werden oder dass die App im Infobereich angezeigt wird? Dann musst du die passende Option nachschlagen und die App neu erstellen.
WebCatalog Desktop ist eine ganz normale App. Durchsuche den Katalog mit über 65.000 Apps, klicke auf „Installieren“, und schon ist die App mit dem richtigen Namen und Symbol einsatzbereit. Jede andere Website lässt sich per URL hinzufügen. Die Optionen, auf die Nativefier-Nutzer gesetzt haben, findest du in den Einstellungen der jeweiligen App und kannst sie jederzeit ändern:
- Link-Verhalten: Links zu anderen Websites werden in deinem Standardbrowser geöffnet. Mit Regeln für einzelne Websites kannst du sie an eine bestimmte App oder ein bestimmtes Konto weiterleiten.
- Menüleiste oder Infobereich: Halte eine App mit einem Klick griffbereit – auf Wunsch auch immer im Vordergrund.
- Benutzerdefiniertes CSS und JavaScript: Passe das Aussehen oder Verhalten einer Website an, ohne die App neu zu erstellen.
3. Eine App, alle deine Konten
Eine Nativefier-App hat nur eine Sitzung. Wer also zwei GitHub-Konten oder das Gmail-Konto eines Kunden neben dem eigenen benötigte, hatte am Ende oft zwei nahezu identische Apps.
Mit WebCatalog Desktop kannst du in einer App alle deine Konten für einen Dienst verwalten. Jedes Konto hat eine eigene, isolierte Sitzung. Alle sind gleichzeitig angemeldet und werden in einer Seitenleiste aufgeführt. Ungelesen-Zähler funktionieren pro Konto sowie im Dock oder in der Taskleiste unter macOS, Windows und Linux – nicht nur auf dem Mac.
4. Raum zum Wachsen
Nativefier erstellt jeweils eine App, und du musst selbst den Überblick behalten. In WebCatalog Desktop bündeln Spaces die Apps und Konten für einen Kunden oder ein Projekt in einem Fenster mit eigenem Symbol und Tastenkürzel. Deine Einrichtung wird zwischen deinen Computern synchronisiert. Jede App bietet außerdem Tabs, Lesezeichen, Downloads und einen integrierten Werbe- und Trackerblocker.
Wofür solltest du dich entscheiden?
Nativefier kann sinnvoll sein, wenn du die App-Erstellung ausdrücklich selbst per Skript steuern möchtest und bereit bist, diese Apps eigenständig zu warten und neu zu erstellen.
Wenn du einen Ersatz für Nativefier suchst, ist WebCatalog Desktop die bessere Wahl. Entscheide dich dafür, wenn du:
- Möchtest, dass deine Apps eine aktuelle Chromium-Version mit Sicherheitsupdates verwenden
- Einstellungen lieber in der App änderst, statt sie über das Terminal neu zu erstellen
- Mehrere Konten gleichzeitig in einer App angemeldet haben möchtest
- Ungelesen-Zähler auf jeder von dir genutzten Plattform möchtest
Nativefier hat vielen Menschen geholfen, Web-Apps auf den Desktop zu bringen. Da es nicht mehr gewartet wird, ist WebCatalog Desktop eine moderne Möglichkeit, genau das weiterhin zu tun.


