
Proton Mail und Fastmail werden häufig von Nutzern in Betracht gezogen, die eine Alternative zu werbefinanzierten E-Mail-Plattformen suchen. Beide finanzieren sich über Abonnements, unterstützen eigene Domains, bieten Kalender und Kontakte und legen Wert auf die Kontrolle durch die Nutzer.
Ihre Definitionen von privater E-Mail unterscheiden sich jedoch.
Proton Mail basiert auf Verschlüsselung ohne Anbieterzugriff und Ende-zu-Ende-verschlüsselter Kommunikation. Fastmail setzt auf ein kostenpflichtiges, werbefreies E-Mail-Erlebnis mit eigenen Domains, flexiblen Aliasen, offenen Standards, leistungsstarker Organisation und direktem Support.
Proton Mail eignet sich besser für kryptografischen Datenschutz. Fastmail eignet sich besser für Nutzer, die einen herkömmlichen, besonders flexiblen Premium-E-Mail-Dienst möchten.
Proton Mail vs. Fastmail auf einen Blick
| Kategorie | Proton Mail | Fastmail |
|---|---|---|
| Am besten geeignet für | Verschlüsselte und datenschutzorientierte E-Mail | Premium-E-Mail für den flexiblen Alltag |
| Kostenloser Tarif | Ja | Kein dauerhaft kostenloser Tarif |
| Speicher im Einstiegstarif | 500 MB, erweiterbar auf 1 GB | 50 GB für E-Mails plus 10 GB für Dateien im Individual-Tarif |
| Ende-zu-Ende-Verschlüsselung | Automatisch zwischen Proton-Nutzern | Keine automatische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung |
| Eigene Domains | Kostenpflichtige Tarife | In kostenpflichtigen Tarifen enthalten |
| Aliase | Zusätzliche Adressen und Optionen zum Verbergen der E-Mail-Adresse | Zusätzliche Adressen und Masked Email |
| Drittanbieter-Clients | Proton Mail Bridge in ausgewählten Tarifen | Standard-IMAP und weitere offene Protokolle |
| Ökosystem | Drive, Calendar, Pass, VPN und mehr | E-Mail, Calendar, Kontakte und Dateien |
| Größter Vorteil | Verschlüsselungsarchitektur | Benutzerfreundlichkeit und Identitätsverwaltung |
Verschlüsselung und Datenschutz
Proton Mail schützt gespeicherte E-Mail-Inhalte mit Verschlüsselung ohne Anbieterzugriff. Nachrichten zwischen Proton-Nutzern werden automatisch Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Außerdem können Nutzer passwortgeschützte Nachrichten an externe Empfänger senden oder PGP konfigurieren.
Fastmail setzt auf starke Verschlüsselung bei der Datenübertragung und serverseitigen Schutz für gespeicherte Daten. Der Dienst blockiert oder vermittelt zudem gängige Tracking-Methoden und finanziert den Posteingang nicht durch Werbung.
Fastmail ist jedoch kein Ende-zu-Ende-verschlüsselter E-Mail-Dienst. Der Anbieter kann technisch auf Nachrichteninhalte zugreifen, wenn dies für den Betrieb des Dienstes, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben oder die Bereitstellung von Support erforderlich ist.
Dies ist der wichtigste Unterschied im Vergleich:
- Wähle Proton, wenn der Anbieter möglichst wenig Zugriff auf gespeicherte Inhalte haben soll.
- Wähle Fastmail, wenn du Datenschutz vor Werbung und Trackern möchtest, ohne die Funktionsweise herkömmlicher E-Mail zu ändern.
E-Mail-Erlebnis im Alltag
Fastmail ist als ausgereifter, herkömmlicher E-Mail-Dienst konzipiert.
Der Dienst unterstützt:
- Labels oder Ordner
- Volltextsuche
- Regeln und Filter
- Zurückstellen und zeitversetztes Senden
- Angeheftete Nachrichten
- VIP-Kontakte
- Private Notizen zu Nachrichten
- Offline-Zugriff
- E-Mail-Anwendungen von Drittanbietern
Proton Mail unterstützt ebenfalls Ordner, Labels, Filter, Suche, zeitversetztes Senden, Zurückstellen, Aliase und eigene Domains. Die Web- und Mobiloberflächen sind modern und werden laufend leistungsfähiger.
Der wichtigste Kompromiss betrifft die Kompatibilität. Aufgrund der Verschlüsselungsarchitektur von Proton ist für den Zugriff über E-Mail-Clients von Drittanbietern die Proton Mail Bridge erforderlich, die in ausgewählten kostenpflichtigen Tarifen verfügbar ist. Fastmail lässt sich über Protokolle wie IMAP, CalDAV und CardDAV direkter mit Standard-Clients verwenden.
Sieger bei der Kompatibilität mit herkömmlichen Clients: Fastmail.
Eigene Domains und Aliase
Beide Anbieter sind eine gute Wahl für Nutzer mit einer privaten oder geschäftlichen Domain.
Proton Mail Plus unterstützt eine eigene Domain und mehrere Adressen. Höhere Proton-Tarife bieten weitere Domains, Adressen und Speicherplatz, Catch-all-E-Mail sowie Aliase zum Verbergen der E-Mail-Adresse im erweiterten Proton-Ökosystem.
Fastmail bietet eigene Domains in kostenpflichtigen Tarifen und ist besonders flexibel bei E-Mail-Identitäten. Nutzer können zusätzliche Adressen, Aliase, Catch-all-Konfigurationen und Masked-Email-Adressen für Websites und Abonnements einrichten.
Fastmail ist im Allgemeinen einfacher für Nutzer, die viele Identitäten oder mehrere Domains verwalten. Proton ist attraktiver, wenn diese Identitäten in einem verschlüsselten Ökosystem verwaltet werden sollen.
Speicherplatz und Preise
Proton Mail Free bietet anfangs 500 MB E-Mail-Speicher und lässt sich auf 1 GB erweitern. Proton Mail Plus umfasst derzeit 15 GB, die gemeinsam mit Proton Drive genutzt werden, bis zu zehn E-Mail-Adressen, eine eigene Domain und erweiterte E-Mail-Funktionen.
Fastmail bietet keinen dauerhaft kostenlosen Tarif. Der Individual-Tarif kostet derzeit bei jährlicher Abrechnung 5 $ pro Monat und umfasst 50 GB für E-Mails, Kalender und Kontakte sowie 10 GB für Dateien.
Zum regulären Preis des Individual-Tarifs bietet Fastmail deutlich mehr Speicherplatz. Proton bietet einen kostenlosen Einstieg und verlangt für ein datenschutzorientiertes Ökosystem statt nur für Speicherplatz eine Gebühr.
Kalender, Kontakte und Ökosysteme
Zu Proton gehört Proton Calendar. Außerdem ist der Dienst mit Proton Drive, Pass, VPN und weiteren Datenschutzdiensten verbunden. Das Ökosystem richtet sich an Nutzer, die Alternativen zu den großen Cloud-Plattformen suchen.
Fastmail umfasst E-Mail, Kalender, Kontakte und Dateispeicher. Der Dienst versucht nicht, zusätzlich ein VPN, einen Passwortmanager oder eine vollständige Cloud-Produktivitätssuite anzubieten.
Kalender und Kontakte von Fastmail lassen sich über offene Standards gut mit externen Anwendungen verwenden. Die Dienste von Proton sind stärker in eine Datenschutzplattform integriert, können aufgrund der Verschlüsselungsanforderungen aber weniger offen für herkömmliche Clients sein.
Werbung und Geschäftsmodelle
Beide Anbieter finanzieren sich durch ihre Kunden und nicht durch Werbung im Posteingang.
Dadurch richten sich ihre Anreize stärker an zahlenden Nutzern aus. Die Produkte machen jedoch unterschiedliche Versprechen:
- Bei Proton stehen Verschlüsselung, Datenschutz und Datenminimierung im Mittelpunkt.
- Bei Fastmail liegt der Schwerpunkt auf einem schnellen, zuverlässigen, privaten und besonders benutzerfreundlichen E-Mail-Dienst.
Keine der beiden Optionen ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, ob dir kryptografischer Schutz oder Flexibilität im Alltag wichtiger ist.
Support und geschäftliche Nutzung
Fastmail bietet Support durch echte Mitarbeiter und Tarife für Einzelpersonen, Familien und Unternehmen. Der Dienst ist besonders interessant für Fachleute und kleine Teams, die eigene Domains, gemeinsam genutzte Adressen, Kalender und eine unkomplizierte Verwaltung benötigen.
Proton bietet Tarife für Einzelpersonen, Familien und Unternehmen mit eigenen Domains, Nutzerkonten, Speicherplatz, Sicherheitsfunktionen und Zugriff auf weitere Proton-Produkte.
Proton eignet sich besser für sicherheitssensible Organisationen. Fastmail ist für kleine Unternehmen, die professionelle E-Mail möchten, ohne eine vollständige Produktivitätssuite einzuführen, oft die einfachere Wahl.
Für welchen Dienst solltest du dich entscheiden?
Wähle Proton Mail, wenn du:
- einen verschlüsselten Postfachspeicher ohne Anbieterzugriff möchtest.
- automatische Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mit anderen Proton-Nutzern benötigst.
- passwortgeschützte E-Mails oder PGP verwendest.
- eine umfassendere Datenschutzsuite mit VPN, Drive, Pass und Calendar möchtest.
- für die Verschlüsselung eine eingeschränktere Client-Kompatibilität in Kauf nimmst.
- vor einem Upgrade ein kostenloses, datenschutzorientiertes Postfach nutzen möchtest.
Wähle Fastmail, wenn du:
- einen kostenpflichtigen, werbefreien und herkömmlichen E-Mail-Dienst möchtest.
- viel Speicherplatz und eigene Domains benötigst.
- viele Aliase, Identitäten oder Masked-Email-Adressen verwaltest.
- Labels oder Ordner und leistungsstarke Regeln möchtest.
- Standard-E-Mail- und Kalender-Clients von Drittanbietern bevorzugst.
- direkten Support und ein fokussiertes Produkt schätzt.
Proton Mail und Fastmail gemeinsam mit WebCatalog nutzen
Du kannst Proton Mail für vertrauliche Kommunikation nutzen und Fastmail für eine eigene Domain, den alltäglichen Schriftverkehr, Newsletter und Konten, die breite Client-Kompatibilität erfordern.
Mit WebCatalog Desktop lassen sich Proton Mail und Fastmail als separate Desktop-Apps nutzen. Mit Profilen kannst du bei mehreren Identitäten angemeldet bleiben. Über Spaces lassen sich vertrauliche und alltägliche Kommunikation voneinander trennen.
Sicherer Space
- Proton Mail
- Proton Calendar
- Proton Drive
- Proton Pass
Space für die persönliche Domain
- Fastmail
- Kalender
- Kontakte
- Passwortmanager und persönliche Tools
So lassen sich Verschlüsselung und Komfort miteinander verbinden, ohne Konten in derselben Browsersitzung zu vermischen.
Fazit
Proton Mail ist die bessere Wahl, wenn Datenschutz für dich bedeutet, dass gespeicherte Inhalte für den Anbieter unzugänglich sind und die Kommunikation Ende zu Ende verschlüsselt wird.
Fastmail ist die bessere Wahl, wenn Datenschutz für dich bedeutet, für einen werbefreien Dienst zu bezahlen und dabei herkömmliche E-Mail-Kompatibilität, eigene Domains, Aliase und flexible Organisation beizubehalten.
Wähle Proton Mail für stärkere Verschlüsselung. Wähle Fastmail für einen flexibleren Premium-Posteingang. Mit WebCatalog kannst du auf beide Konten zugreifen und sie klar voneinander getrennt halten.


